Mein Schwerpunkt im Diplomstudium der Regionalwissenschaften Lateinamerika war mexikanische Politik und Kulturgeschichte. Dabei forschte ich zu verschiedenen Themen, von der Kolonialzeit über die Unabhängigkeitsbewegung und die mexikanische Revolution bis hin zum indigenen Leben im heutigen Mexiko. Besonders interessiert mich der Zusammenhang zwischen Religion, Kultur, Politik und Nationalbewusstsein. Meine Diplomarbeit widmete ich der Maria de Guadalupe als Nationalsymbol. Die detaillierte wissenschaftliche und religionshistorische Ausarbeitung bekam das Thema Der Sermón Guadalupano des Fray Servando Teresa de Mier – Die Guadalupelegende als Gegenstand kreolisch-patriotischer Polemik. (Benotung der Arbeit: 1,3)

Wer ist Guadalupe?

Ein mexikanisches Kinderlied erzählt: „Era mexicana la guadalupana“ und viele Mexikaner/innen bestätigen, dass Guadalupe eine Mexikanerin war, obwohl sie zugleich die Mutter Jesu und somit Maria aus Nazareth darstellt. Erstmals aufgetreten ist Guadalupe im spanischen Extremadura, weshalb Spanier dem populären, mexikanischen Glauben, Guadalupe sei Mexikanerin, widersprechen würden. Doch woher kommt die enge Verbindung zwischen Guadalupe, mexikanischer Identität und nationaler Rhetorik in einem Staat, der sich mehr als viele andere durch eine strikte Trennung von Kirche und Staat auszeichnet?  Die wissenschaftlichen Hintergründe des Guadalupe-Kultes habe ich für die ila zusammengefasst. Aber auch mit einfachen Worten beschrieb ich das Phänomen für das einstige Jugend-Online-Portal „todo alemán“ des Goethe Instituts.