Frischer Schnittlauch, Rosmarien, Petersilie, Epazote, Dill und Liebstöckl sind treue, grüne Freunde und Textaufträge in Sachen Kochen, Rezepte und Schlemmen wirken entspannend. Als Kultur-Historikerin bring ich natürlich gern ein paar Hintergründe zum Gericht unter. Was man über Essen alles sagen kann?

Ein genüssliches Tartiflette erzählt Geschichten

Ein Hauptbestandteil für ein Tartiflette sind Kartoffeln. Damit liegt diese französische Delikatesse voll im Trend des deutschen Gaumens: 60kg Kartoffeln isst der Durchschnittsdeutsche im Jahr. Kein Wunder, dass auch Frau Merkel mit Kartoffelsuppe Wahlkampf machte, die sie angeblich gut kochen kann. Für die Italiener ist das Wort Kartoffel sogar ein Synonym für Deutsche. Und die Franzosen? Die Savoyer Kartoffel heißt Tartiflá, daher stammt auch der Name Tartiflette. Außerdem ist inzwischen die teuerste Kartoffel der Welt französischer Herkunft: „La Bonnotte“ wächst auf einer französischen Atlantikinsel und kann für schlappe 500 Euro pro Kilo zum Tartiflette verarbeitet werden.

Ein adliges Germknödel

Als der Germknödel nach Österreich kam, war er zunächst eine Speise der Wiener Upper Class. Böhmische Hofköchinnen brachten die tschechische Köstlichkeit damals in die gutbürgerlichen Wiener Haushalte. Der Schlankheitswahn der Kaiserin Sisi war eine absolute Ausnahme, die meisten adligen Wienerinnen genossen es Unmengen an Germknödel zu verschlingen, bis das Korsett platzte! Heute ist der Germknödel in Wien kaum noch heimisch und kommt höchstens aus der Tiefkühltruhe. Dafür wurde er zu DEM Skiurlaubsgericht. Keine Alm Österreichs würde es wagen den Germknödel von der Speisekarte zu streichen.

Jesus schafft die Brezel

Kein geringerer als Jesus Christus selbst hat mit seinen Jüngern beim sagenumwobenen Abendmahl den Vorläufer der Brezel (das Ringbrot) verspeist! Die Brezel hat also einen antiken, christlichen Ursprung. Der Name „Brezel“ stammt aus dem lateinischem und bedeutet „Ärmchen“. Denn die Form der Brezel symbolisiert zum Beten verschränkte Arme. Dieser Ursprung macht die Brezel zu einem „heiligen Gebäck“, dem lange Zeit Heilkraft zugeschrieben wurde. Inzwischen ist die Brezel eines der beliebtesten Snacks Deutschlands und Österreichs. Das Ausland nimmt die Brezel oft als „typisch deutsch“ wahr. Kein Wunder, in Deutschland gibt es ja auch Brezelkönige und Brezelköniginnen sowie Brezelbackwettbewerbe. Selbst in der Alltagssprache ist das heilige Brot angekommen, wer brezelt sich nicht gern mal auf?!

Rezepte für´s Kochen und Schlemmen:

Speckknödel und Knödelfeste

Käsefondue