Wer Panteón Rococó live erlebt, spürt Energie und Rhythmus pur. Auch Tanzmuffel können die Beine kaum stillhalten. Mexikanische und ein deutscher Fan erzählen von ihrer Faszination für die Band.

Panteón Rococó sind Freunde, die mit Bläsern, Trommlern und markanter Stimme jeden Laden zum Kochen bringen. Sie mixen lateinamerikanische Rhythmen mit Rock, Ska, Reggae und Punk. Nachdem 1999 das erste Album erschien, tourten sie durch die Welt. In Deutschland spielten sie auf großen Festivalbühnen, wie Hurricane, Southside oder Summerjam. 2008 waren sie Vorband von Die Ärzte.

Der Sänger Luis schrieb dazu im Tourtagebuch: „Die Vorbereitung verlief exakt nach Zeitplan, was das betrifft, sind wir recht deutsch geworden. Mit der Show überkam uns dann das Gefühl von Nervosität und Adrenalin. In 30 Minuten mussten wir zeigen, warum die berühmteste deutsche Band Panteón Rococó ausgewählt hatte. Wir sind alle sehr glücklich über die Resonanz der Besucher und der Ärzte.“ In ihren Texten tragen Panteón politische Botschaften weiter und prangern mexikanische Missstände an: Politiker, die sich mit Machtspielen, statt mit sozialen Fragen beschäftigen, Menschen, die zu niedrigen Löhnen schuften und indigene Gemeinden, die um Recht, Land und Freiheit kämpfen. Die Band verstand sich seit ihrer Gründung 1995 als Sprachrohr der Unterdrückten und legt wert auf soziales Engagement.

Sie singen über die Zustände in Mexiko – Eine Band mit Mission

Panteón Rococó kommt aus Mexiko-Stadt. Ihren Liedern wohnt der Puls der nie schlafenden Stadt inne. Erwin (30) aus Mexiko-Stadt mag die Musik: „Sie spiegelt die Kultur der Hauptstädter sehr gut wieder – das tägliche Leben in dieser Stadt voller Verrückter!“ Luis (25) aus Durango, im Norden Mexikos, erzählt über Panteón: „Es ist ihre Bescheidenheit, ihre Professionalität und ihr eigener Stil, den ich bewundere. Viele Künstler verändern sich, wenn sie berühmt werden. Panteón nicht. Sie behandeln ihre Fans mit Respekt.“

Auch im indigenen Bundesstaat Chiapas, im Süden Mexikos, ist Panteón bekannt. Gabriel (27) aus Palenque ist begeistert: „Diese Band hat Adrenalin in den Adern. Ich mag die Art, wie sie mit Musik protestieren. Ihre Texte sind kein sinnloses Gelaber, sie erzählen Wahrheiten, wie in Carencia, einem Lied über den harten Arbeitsalltag.“ Carlos (15) aus Tuxtla fällt es schwer zu sagen, was genau er an Panteón mag: „Ich mag so Vieles! Erstens den Musikstil, den Mix aus Ska, Rock und anderen Genres. Dann, dass sie über politische Probleme Mexikos singen, diese Themen interessieren mich. Dann unterstützt Panteón die Bewegung der Zapatisten. Das sind indigene Gemeinden in meinem Staat Chiapas, die für ihre Rechte kämpfen. Aber auch die Liebeslieder sind schön. Ob ich traurig oder fröhlich bin, die Lieder begleiten mich und geben mir Kraft. Panteón ist für mich die beste Band und wird es immer sein!“

Eine typisch mexikanische Band? Carlos meint: „Ja, aber sie tragen die Themen Mexikos in die Welt, bis nach Europa und Deutschland.“ Das stimmt. Auch in Deutschland hat Panteón eine Fangemeinde. Der musikalische Kampf gegen soziale Missstände lässt sich weltweit austragen und die Musik reißt Menschen aller Kulturen mit. Anika (27) aus Erfurt hat Panteón oft gesehen und schätzt die Band für ihre Vielfältigkeit. Das erste Mal besuchte sie als sechzehnjährige Schülerin ein Konzert. Damals ging sie lieber auf temparamentvolle Live-Acts bei denen man mitreißende Bands erlebte, als zu gewöhnlichen Discos: „Sie mixen unterschiedlichste Musikstile und erzählen neben politischen Liedern auch Geschichten von Herzschmerz, ohne kitschig zu wirken, wie in meinem Lieblingslied La dosis perfecta.“ Schon 2003 hat sie die Band in Deutschland gesehen. So klingt Panteón für sie nach durchtanzten Nächten vergangener Jugendtage: „Die Musik hat mich als Jugendliche begleitet, sodass ich viele persönliche Erinnerungen mit ihr verknüpfe. Egal wie voll es war, ich war nach jedem Konzert schweißgebadet vom exzessiven Tanzen.“ Susa (25) aus Berlin erlebte Panteón während ihres Auslandsaufenthalts in Mexiko. Sie spielten gratis für einen guten Zweck auf dem Zócalo von Mexiko-Stadt. „Es waren viele Leute da und die Stimmung war bombastisch“, erinnert sich Susa, „Panteón ist eine sehr sympatisch Band. Ich finde es super, dass sie sich für soziale Projekte einsetzen und politisch engagieren. Die musikalische Vielfalt von Panteón ist großartig und ich liebe die oft kritischen Texte. Ich finde es gut, dass sie ihre Meinung in die Welt hinaustragen.“

Dieser Artikel erschien im Oktober 2013 im ehem. Jugend-Online-Portal des Goethe Instituts „Todo alemán“ als Kulturtipp.

Links:

http://www.panteonrococo.com/about.html

http://www.laut.de/Panteon-Rococo

https://www.facebook.com/panteonrococo

https://myspace.com/panteonrococooficial

http://www.lastfm.de/music/Pante%C3%B3n+Rococ%C3%B3

http://www.kktlive.de/bands/artist-details/artist/panteon-rococo.html

http://uebersee-records.net/

Auf dieser Seite kann man sich Fotos zu Presse- und Privatzwecken runterladen:
http://www.kktlive.de/bands/artist-details/artist/panteon-rococo.html

Hier sind die Videos der beiden bekanntesten Lieder, sie werden auch beide im Text erwähnt:

La dosis perfecta:

http://www.laut.de/Panteon-Rococo#lb-138023319987874629,-1,1140

http://www.youtube.com/watch?v=o0H2IZLc9dY#t=72

La carencia

Live-aufnahme in Deutschland
http://www.youtube.com/watch?v=DzTI2g_XYy8

Original Lied (find ich musikalisch gesehen besser)
http://www.youtube.com/watch?v=cWpbp7Ri4nc

Weitere Musikvideos:
Esta Noche
http://www.youtube.com/watch?v=rBgHWAfCeYA

kompletter Festivalauftritt Areea 4 Festival 2009
http://www.youtube.com/watch?v=0CwKjViisEk